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Bundespräsident Joachim Gauck zu Besuch im Bildungszentrum Bad Oeynhausen

Am 18. Februar 2014 besuchte Bundespräsident Joachim Gauck das Bildungszentrum Bad Oeynhausen. Im Rahmen des Thementages "Freiwilligendienste und soziales Lernen" traf er Bundesfreiwillige, die ein Seminar zur politischen Bildung besuchen. In einer regen Gesprächsrunde wollte der Bundespräsident mehr darüber erfahren, mit welcher Motivation die Freiwilligen ihren Dienst leisten und was ein Freiwilligendienst zur persönlichen Entwicklung der Freiwilligen beitragen kann. Für den Präsidenten war es wichtig, Menschen zu treffen, die "aus eigenem Antrieb und ohne Profitdenken soziale Aufgaben übernehmen". Ein freiwilliges Engagement sei "auch eine Begegnung mit uns selbst" meinte der  Bundespräsident. 

Sechs der Freiwilligen berichteten dem Bundespräsidenten über ihre Erfahrungen. Die Bundesfreiwilligen waren sich einig, dass ihr Engagement nicht nur ein wichtiger Dienst für die Allgemeinheit, sondern auch ein persönlicher Gewinn  für die Freiwilligen selbst sei. "Wenn die Kinder mich anlächeln, dann ist das das Schönste, was es gibt", sagte Luisa Götting, die ihren Dienst in einer Förderschule absolviert. Es sei ein sehr schönes Gefühl, die Dankbarkeit der Patienten zu erfahren, meinte auch die 19-jährige Anna Sophie Wichmann, die ihren BFD im St. Marien Hospital in Friesoythe leistet. Für den 23-jährigen Andre Bohne ist der Bundesfreiwilligendienst eine Möglichkeit, Erfahrungen für seinen weiteren Werdegang zu sammeln: "Ich bin in einem Wohnheim mit zehn Kindern, die an verschiedenen Behinderungen leiden. Genau in dem Bereich - also Heim oder Schule - werde ich im Sommer eine schulische Ausbildung zum Erzieher machen. Darum ist es ideal für mich, schon jetzt in diesem Bereich arbeiten zu können."

Auch die pädagogische Begleitung im Bundesfreiwilligendienst wurde von den Freiwilligen durchweg positiv bewertet. Die pädagogische Begleitung hat vor allem das Ziel, die Freiwilligen auf ihren Einsatz vorzubereiten und ihnen zu helfen, Eindrücke auszutauschen sowie Erfahrungen aufzuarbeiten. Darüber hinaus sollen durch die pädagogische Begleitung soziale und interkulturelle Kompetenzen vermittelt und das Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl bzw. für einen nachhaltigen Umgang mit Natur und Umwelt gestärkt werden. "In den Seminaren geht es um den Erwerb von Fachkompetenzen, aber auch um die eigene Entwicklung und den Austausch mit anderen Freiwilligen", sagte Helga Roesgen, Präsidentin des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben.

Bundespräsident Joachim Gauck würdigte mit seinem Besuch das Engagement der rund 100.000 Freiwilligen, die einen Bundesfreiwilligendienst (BFD), ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) leisten. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig begrüßte den Bundespräsidenten im Bildungszentrum und dankte ihm für die Anerkennung des Engagements der vielen Freiwilligen, aber auch all derjenigen, die im Hintergrund die Einsätze ermöglichen. "Freiwilligendienste sind faszinierende und für alle Beteiligten lohnende Lern- und Orientierungsangebote. Sich freiwillig zu engagieren bedeutet, neue Erfahrungen zu sammeln, mit vielfältigen Eindrücken konfrontiert zu werden, die eigene Persönlichkeit weiter zu entwickeln und etwas fürs Leben mitzunehmen", sagte die Ministerin.